• Ereignis (welches den weiteren Verlauf der Dinge massgeblich beeinflusst)
      Ereignis (welches den weiteren Verlauf der Dinge massgeblich beeinflusst)
    • panorama I 50 x 65 cm I Tusche auf Papier I 2006
      panorama I 50 x 65 cm I Tusche auf Papier I 2006
    • Eckstück I Computerprojektion I 2005/06
      Eckstück I Computerprojektion I 2005/06
    • so kann das nicht weitergehen I Computerprojektion I 2006/07
      so kann das nicht weitergehen I Computerprojektion I 2006/07
  • «hie und da – da und dort»
    Kunstraum Aarau | 3. Februar - 4. März 2007 

    Sieben leere Leinwände auf Staffeleien sehen uns auf der Einladungskarte des Basler Künstlers Marcel Scheible (*1974) entgegen. Die überraschende Leere eröffnet narrative Möglichkeiten: Was ist mit den Motiven geschehen? Wo ist das Modell, wo der Künstler oder die Künstlerin? Durch das Fehlen des malerischen Motivs wird der Prozess des Malens Thema. Dies öffnet spekulativen Raum und verweist gleichzeitig auf das Malen selbst, auf die Malerei, auf den kunstgeschichtlichen Diskurs.

    Marcel Scheible entwickelt sich in seinem Schaffen von der Malerei zur Zeichnung hin. Im Kunstraum Aarau zeigt er nun erstmals neben Zeichnungen Computerprojektionen. (...)

    Die Spannung zwischen Fläche und Raum, das Verfolgen der Spur, wie das eine aus dem anderen entsteht, erweitert Marcel Scheible in seinen neuen Werken um die Dimension Zeit. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten spielen auf raffinierte Weise mit den Erwartungen des Betrachters. So entstehen in der gemeinhin als beengend empfundenen Ecksituation Möglichkeiten von Weite, von unvermuteten Dimensionen und Perspektiven. In langsamen, pendelnden Bewegungen verändert sich die räumliche Konstellation in der Doppelprojektion ECKSTÜCK. Die sich graduell verändernden Farben, die mit im Spiel sind, nehmen den Betrachter ein, täuschen und lenken ihn und führen ihn in die Irre.  

    In einer zweiten Projektion finden sich Brettchen zu einer fragilen Eckkonstruktion zusammen. In Filmsequenzen wird die Grundkonstellation zerstört und wieder neu hergestellt, um erneut in einem Standbild zu erstarren. Wie bei Sisyphos scheint die Schwerkraft die Abfolge zu perpetuieren. Nur geschieht die Überwindung dieses Moments der Dekonstruktion bei Marcel Scheible weitaus lustvoller als im griechischen Mythos.

    Denise Greiner